… „Mental-Health-Coaches“ sind plötzlich einflussreicher als ausgebildete Therapeut:innen. Das aber hat weniger mit TikTok als mit unserer schlechten Gesundheitsversorgung zu tun. Und damit, was wir für krank erachten.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast 50 Prozent der ADHS-TikToks Symptome beschreiben, die eben nicht zu den Diagnosekriterien für ADHS zählen. Wenn aber ein Video suggeriert, dass völlig normale Konzentrationsschwierigkeiten oder gelegentliche Vergesslichkeit eindeutige Zeichen für ADHS sind, dann führt das zu einem Problem: Immer mehr Menschen denken, ihr eigenes Verhalten sei krankhaft.
Für die Studie haben Forschende junge Menschen befragt, die allesamt TikTok konsumieren. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden vermutet, dass sie von ADHS betroffen sind. Tatsächlich sind es im Durchschnitt jedoch nur zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung, je nach Altersgruppe.